Ein persisches Sprichwort sagt: „Man muss nicht erst sterben, um ins Paradies zu gelangen, solange man einen Garten hat“ und reflektiert damit die Faszination von Mensch zu Garten sehr treffend. Es gibt praktisch wenig ältere, konsistente Gegenstände, die sich die Menschheit beibehalten hat, als einen Garten.

Über die vielen Zehntausende Jahre zwischen dem Beginn der Sesshaftigkeit bis in die Moderne werden Gärten von Menschen benutzt. Da Gärten schon seit eh und je als Prestigeobjekte der Besitzer angesehen werden, kann man über alle Epochen und Jahrhunderte hinweg Belege dafür finden, wie Herrscher und wohlhabende Landsherren immer sehr großen Wert auf ein prunkvolles Anwesen legten, durch welches sie ihren Gästen ihre Macht zeigen konnten. Dementsprechend lange mussten sich Handwerker auch schon ihre Köpfe darüber zermartern, wie sie für diese verflixten Menschen am oberen Ende der Hierarchie Möbel bauen, die auch nach einem harten Winter noch makellos dastehen.

Die richtige Pflege für ihre Rattanmöbel

Jeder Mensch kann die Sorgen dieser Handwerker teilen, wenn er sich zum alljährlichen Frühjahrsputz mit Scheuertuch und Pflegemitteln bewaffnet, um die Gartenmöbel wieder fit für den Sommer zu bekommen. Wenn man davon ausgeht, dass es pro Jahr mögliche Temperaturschwankungen vom zweistelligen Negativbereich bis über 35° Celsius geben kann, heißt dass, das Möbel in Deutschland Temperaturunterschiede zwischen 40°C und 50°C aushalten müssen. Gleichzeitig nagen Sonne, Wind und Regen noch an den Materialien. Wenn man sich beispielsweise an Bergbächen nur einmal anschaut, wie perfekt abgerundet selbst die massivsten Steinbrocken sind, die im Bachbett liegen, muss sich jeder Mensch eingestehen, dass unsere besten Maschinen keine Chance gegen die gewaltige Kraftmischung der Natur aus Wetter und Zeit haben.

Da die Neuanschaffung einer Gartengarnitur allerdings im Schnitt nicht früher als 8 bis 10 Jahre nach der vorigen geschieht, werden robuste Möbel benötigt, die dennoch einen kontemporären Aspekt widerspiegeln. Man darf daher schon überrascht sein, wenn man erfährt, das alleine die großen weltweiten Möbelmessen jährlich neue Gartenmöbel in vierstelliger Dimension vorstellen.

Dies ist grade dann verwunderlich, wenn man überlegt, dass Gartenmöbel diejenigen Möbel sind, die man Pi mal Daumen am häufigsten auf einer Terrasse finden kann, also im Grunde Tische, Bänke und Stühle.

Um allerdings die weitreichende Vielfalt von Gartenmöbel zu verstehen, sollte man sich die goldene Frage stellen, ob es ein betreffendes Möbelstück auch für den Outdoorbereich im Angebot gibt. Immer, wenn man diese Frage bejahen kann, hat man eine neue Klasse Gartenmöbel gefunden. Im Umkehrschluss ist es allerdings auch umso schwerer, diese Frage überhaupt zu verneinen. Es ist tatsächlich so, dass selbst Betten und Schränke als Gartenmöbel angeboten werden. Dies geht hin bis zum Extremfall, sogar Zubehör wie Bilderrahmen für draußen finden zu können.

Diese Vielfalt ist vor allen Dingen dadurch zu erklären, dass sich die Nutzungsmöglichkeiten eines Gartens extrem diversifiziert haben. Während in den 60er und 70ern jeder private Garten über ein großes Beet verfügte, damit nach Zeiten des Mangels immer genug Lebensmittel selber und umweltverträglich angebaut werden konnten, entwickelte sich der Trend erst langsam dahin, dass ein Garten ebenso als Erholungsfunktion dienen muss, bevor es heutzutage Usus ist, dass sich ein Garten rational nicht mehr finanziell dafür lohnt, mit Lebensmitteln bepflanzt zu werden, da der (Discount) Einzelhandel Salate und Gemüse zu unschlagbar und oft unvorstellbar günstigen Preisen anbietet.

Trend zu Loungemöbeln

All dieser frei werdende Platz der Gärten kann nun also anders genutzt werden. Besonders modern sind derzeit jegliche Gartenmöbel, die dazu beitragen, den so genannten „Lounge Charakter“ zu erzeugen, wobei dieser seine Stärke daher erhält, dass er relativ frei definierbar ist. Im Grunde soll er aber aussagen, einen angenehmen und „coolen“ Platz zur Erholung bieten zu können. Die Produktpalette, die diesem Charakter entspricht, ist endlos, sticht allerdings besonders dadurch hervor, dass sie innerhalb aufeinander abgestimmt ist. Beispielsweise gibt es dann nicht nur ein Bettgestell zu kaufen, damit die alte Gartenliege durch ein Objekt ersetzt werden kann, auf dem zwei Partner gemeinsam Platz finden, sondern dazugehörend eine ganze Reihe von angepassten Zusatzmöbeln, wie zum Beispiel Beistelltische, Sofas oder gesamte Sitzgruppen.

Solche Möbel sind besonders häufig in den Gärten zu sehen, die sich bewusst gegen Erde und Gras entschieden haben und diese durch Kieselsteinchen oder Steinplatten ersetzt haben, um den Pflegeaufwand geringer zu halten. Da diese Gartenmöbel alle wetterfest sind, können sie Tag und Nacht draußen stehen, sodass man sie an den schönen Tagen höchstens noch mit einem Kissen bedecken muss, um somit sein gesamtes Leben des Tages nach draußen verlagern zu können. Allerdings gibt es auch diese dank neuerer Innovationen schon als wetterfeste Variante zu erwerben.

Vor dem Trend zu Loungemöbeln war es oft so, dass man erst seine Gartenliege irgendwo aufbauen musste und die dann meistens alleine irgendwo in Garten stand. Die Probleme fingen schon dann an, wenn man Speisen oder Getränke irgendwo abstellen wollte. Wenn dann noch Besuch kam, musste eilig zu den Gartenstühlen umgezogen werden. Für ein paar Kuschelminuten mit dem Partner wanderte man wieder zu einer, oft woanders stehenden, Gartenschaukel. Wenn die Sonne zu heiß wurde, war es nötig, in sein Schlafzimmer zu gehen, um sich ein T-Shirt als Sonnenschutz zu holen.

Dadurch verlor der Garten die Ruhe, die er als Aufenthaltsort geben sollte. Eine Konzentration aller wichtiger Möbel auf einen Bereich, erlaubt es daher relativ einfach, seinen Tagesablauf reibungsfrei und damit ohne Abstriche der Lebensqualität zu genießen zu können und dem anfangs erwähnten Paradies ein Stückchen näher zu kommen.

Die generelle Rücksicht auf Möbel, die jede Witterung aushalten, ist besonders in der Winterzeit sehr wichtig, wenn man davon ausgeht, dass der Stauraum in der Winterzeit für alle Gartenmöbel innerhalb des Hauses eher gering ist. Dadurch kann das jährliche Dilemma vermieden werden, alles im November zusammenschnüren zu müssen, nur weil es einen kalten Tag gab und es erst im März wieder herausholen zu können, weil die Ausläufer des Winters sich bis dahin noch mal bemerkbar machen können. Alle schönen Tage zwischen dieser Zeit, die aufgrund einer unerwarteten Milde oder einer trockenen Kälte entstehen, können die Möbel dann faktisch nicht mehr im Garten genutzt werden.

Wie man sich verhalten sollte, nachdem der erste Wintereinbruch im November gekommen ist, reflektiert das Zitat des ersten asiatischen Literaturnobelpreisträgers Rabindranath Tagore dann besonders schön: „Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten.“

Artikel zur Verfügung gestellt vom Fachhandel für Rattan und Gartenmöbel www.rattanshop24.de