In den letzten Jahren haben sich auch in unserer modernen Gesellschaft Gedanken der Ökologie weit verbreitet. War es anfangs eine emotional geprägte Diskussion, die stark polarisierte, so sind die Überzeugungen der Ökologiebewegung heute doch in weiten Teilen selbstverständliches Gedankengut geworden. Und das zeigt Wirkung nicht nur bei unserer Ernährung und Kleidung und unserem Lebensstil allgemein, auch bei der Gestaltung unserer direktem Umgebung spielen Ansprüche an Natürlichkeit, Nachhaltigkeit und gesundheitlicher und ökologischer Unbedenklichkeit der verwendeten Materialien eine wichtige Rolle.

So hat sich z.B. auch viel beim Hausbau verändert. War noch vor wenigen Jahrzehnten ökologisches Bauen etwas für eine kleine Minderheit, so hat die Beschäftigung damit ihr Nischendasein spätestens seit dem Zeitpunkt verlassen, seit die erste Bauuniversität (die Bauhaus-Universität- Weimar 1997) eine Lehrstuhl für ökologisches Bauen eingerichtet hat.

Was genau unter dem Begriff Naturbaustoffe zu verstehen ist, regeln verschiedene Gesetzte und Verordnungen. Laienhaft kann man sagen, alle Baustoffe, die weitestgehend aus Naturstoffen bestehen, nur mit natürlichen Mitteln be- und verarbeitet werden und insgesamt ökologisch unbedenklich sind, werden als Naturbaustoff bezeichnet. Dabei spielen u.a. Kriterien wie Langlebigkeit, Nachhaltigkeit, gesundheitliche Unbedenklichkeit eine wichtige Rolle. Dabei wird häufig auf Baustoffe zurückgegriffen, die seit Jahrhunderten zum Teil sogar seit Jahrtausenden als Baustoffe gedient haben. Beispiele sind Holz, Lehm, Stein, Pflanzenbestandteile von Gräsern, Getreide aber auch Wolle etc.

Nun wird aber wohl kaum noch jemand so bauen wollen, wie vor hunderten von Jahren. Ansprüche an z.B. einfache Verarbeitung, hohe Effizienz der Energienutzung etc. sind heute sehr hoch und auch Häuser, die mit Naturbaumaterialien gebaut werden, müssen diese Anforderungen erfüllen.

Lange Zeit hat man angezweifelt, ob diese Vorgaben und Ziele mit natürlichem Baumaterial erreicht werden können. Dass das aber durchaus auf ausgezeichnete Weise funktioniert beweisen Bauprojekte, die mit Naturbaustoffen erstellt wurden und sich bestens bewährt haben.

War es anfangs nicht ganz einfach, überhaupt an solches Baumaterial heranzukommen, so ist das heute kein Problem mehr. Es gibt mittlerweile einen großen Markt für solche Baumaterialien und wo eine große Nachfrage herrscht, da stellen sich die Anbieter auch auf die Wünsche ihrer Kunden ein. So gibt es heute eine Vielzahl von Baustoffhändlern und Baumärkten, die sich auf ökologisches Bauen spezialisiert haben und ausschließlich Materialen anbieten, die dem Standard für natürliches Bauen entsprechen und ökologisch unbedenklich sind. Es ist dadurch möglich geworden, dass jeder, dem eine solche Bauweise am Herzen liegt in praktisch allen Bereichen des Bauens auf solche natürlichen Baustoffe zurückgreifen kann. Dabei ist die Verarbeitung heute genauso einfach und komfortabel wie die von konventionellem Material. Und auch die Preise sind vergleichbar. Weit höher ist allerdings der Nutzen für Gesundheit und Umwelt. Daher kann man mit Fug und Recht sagen, dass ökologisches Bauen so viele Vorteile bietet, dass sich der Markt für Naturbaumaterial in den nächsten Jahren sicherlich enorm vergrößern wird.